Dokumentation
Kapitel 06

Korrekturen

Mit den Korrekturen im Menü Bild › Korrekturen stellst du Helligkeit, Kontrast und Farben eines Bildes ein: vom schnellen Auto-Kontrast bis zur fein gesetzten Gradationskurve. Dieses Kapitel erklärt jede Korrektur mit ihren Reglern und zeigt in Anleitungen typische Arbeitsabläufe.

Das geöffnete Menü Bild › Korrekturen mit seinen Untermenüs
Das Menü Bild › Korrekturen: oben die häufigsten Korrekturen, darunter die Gruppen Licht und Schatten, Farben, Umwandlung und Auto.

Grundlagen

Direkt im Bild oder als Einstellungsebene

Es gibt zwei Wege, eine Korrektur anzuwenden:

  • Über Bild › Korrekturen: Die Korrektur verändert die Pixel der aktiven Ebene direkt. Das ist schnell, lässt sich später aber nur über Bearbeiten › Rückgängig oder das Protokoll zurücknehmen.
  • Als Einstellungsebene über Ebene › Neue Einstellungsebene: Die Korrektur liegt als eigene Ebene über dem Bild. Die Pixel darunter bleiben unverändert, du kannst die Werte jederzeit wieder öffnen, die Deckkraft senken, eine Maske malen oder die Ebene ausblenden. Mehr dazu im Kapitel Ebenen.

Als Einstellungsebene gibt es 16 Korrekturen: Helligkeit/Kontrast, Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Belichtung, Dynamik, Farbton/Sättigung, Farbbalance, Schwarzweiß, Fotofilter, Umkehren, Tontrennung, Schwellenwert, Verlaufsumsetzung, Kanalmixer, Selektive Farbkorrektur und Color Lookup. Alle anderen Korrekturen gibt es nur im Menü Bild.

Arbeite wenn möglich mit Einstellungsebenen. So kannst du eine Korrektur auch Tage später noch fein nachstellen, ohne Qualität zu verlieren.

Worauf eine Korrektur wirkt

  • Eine Korrektur aus dem Menü Bild wirkt auf die aktive Pixelebene. Ist eine Ebenenmaske zum Bearbeiten ausgewählt, wirkt sie auf die Maske.
  • Gibt es eine Auswahl, ändert sich nur der ausgewählte Bereich; eine weiche Auswahlkante blendet weich über.
  • Auf einem Smartobjekt wird die Korrektur zum Smartfilter und bleibt bearbeitbar (siehe Filter).
  • Textebenen, Formebenen und fixierte Ebenen lassen sich nicht direkt korrigieren. Die Statusleiste nennt dann den Grund – rastere die Ebene vorher oder nutze eine Einstellungsebene.

Die Korrektur-Dialoge bedienen

Fast alle Korrekturen öffnen einen Dialog mit Schiebereglern. Die Wirkung siehst du sofort im Bild.

  • Vorschau schaltet die Live-Vorschau aus und wieder an – praktisch für einen Vorher/Nachher-Vergleich.
  • Zurücksetzen stellt alle Regler auf die Anfangswerte zurück.
  • OK wendet die Korrektur an, Abbrechen verwirft sie.
  • Neben jedem Regler steht ein Zahlenfeld. Du kannst darin ziehen oder doppelklicken und einen Wert eintippen.
  • Einige Regler mit nur zwei Zuständen (z. B. Färben (0/1)) schaltest du mit 0 = aus und 1 = ein.

Korrekturen ohne Einstellungen (Umkehren, Sättigung verringern, Sepia, Tonwertangleichung, Verlaufsumsetzung und die drei Auto-Korrekturen) werden sofort ohne Dialog angewendet.

Direkt nach einer Korrektur kannst du sie mit Bearbeiten › Verblassen… (⇧ ⌘ F) abschwächen oder mit einer Füllmethode verrechnen. Mehr dazu im Kapitel Retusche und Transformieren.

Tastenkürzel

KorrekturKürzel
Tonwertkorrektur…⌘ L
Gradationskurven…⌘ M
Farbton/Sättigung…⌘ U
Farbbalance…⌘ B
Umkehren⌘ I
Sättigung verringern⇧ ⌘ U
Auto-Kontrast⇧ ⌘ L

Weitere Kürzel kannst du unter Hilfe › Tastaturbefehle… selbst vergeben (siehe Oberfläche).

Helligkeit und Kontrast

Helligkeit/Kontrast

Bild › Korrekturen › Helligkeit/Kontrast… ist die einfachste Tonwertkorrektur.

ReglerBereichWirkung
Helligkeit−150 … 150Hebt oder senkt alle Tonwerte gleichmäßig.
Kontrast−100 … 100Spreizt die Tonwerte um die Mitte (mehr Kontrast) oder rückt sie zusammen (weniger Kontrast).
Dialog Helligkeit/Kontrast mit zwei Reglern
Helligkeit/Kontrast: zwei Regler, die Wirkung ist sofort im Bild zu sehen.

Tonwertkorrektur

Bild › Korrekturen › Tonwertkorrektur… (⌘ L) zeigt oben das Histogramm des Bildes: die Verteilung der Tonwerte von Schwarz (links) bis Weiß (rechts). Eine schwarze und eine weiße Linie im Histogramm markieren den aktuellen Schwarz- und Weißpunkt.

ReglerBereichWirkung
Tonwertspreizung Schwarz0 … 253Alle Tonwerte bis zu diesem Wert werden Schwarz. Höhere Werte machen die Tiefen satter.
Tonwertspreizung Weiß2 … 255Alle Tonwerte ab diesem Wert werden Weiß. Niedrigere Werte hellen die Lichter auf.
Gamma0,1 … 9,99Verschiebt die Mitteltöne: über 1 heller, unter 1 dunkler. Schwarz und Weiß bleiben.
Tonwertumfang Schwarz0 … 255Der dunkelste Wert der Ausgabe. Höhere Werte machen Schwarz zu Grau (ein „matter“ Look).
Tonwertumfang Weiß0 … 255Der hellste Wert der Ausgabe. Niedrigere Werte dämpfen die Lichter.

Ein flaues Foto mit der Tonwertkorrektur korrigieren

Ein flaues Foto erkennst du im Histogramm daran, dass die Tonwerte nicht bis an die Ränder reichen: Links und rechts bleibt eine Lücke.

  1. Öffne das Foto und wähle im Bedienfeld Ebenen die Bildebene aus. Für eine bearbeitbare Korrektur nimm stattdessen Ebene › Neue Einstellungsebene › Tonwertkorrektur….
  2. Wähle Bild › Korrekturen › Tonwertkorrektur… oder drücke ⌘ L. Sieh dir das Histogramm an: Wo beginnt der „Berg“ links, wo endet er rechts?
    Dialog Tonwertkorrektur mit Histogramm und fünf Reglern
    Die Tonwertkorrektur mit Histogramm. Hier reichen die Tonwerte rechts nicht ganz bis Weiß.
  3. Ziehe Tonwertspreizung Schwarz nach rechts, bis die schwarze Linie am Anfang des Histogramm-Bergs steht.
  4. Ziehe Tonwertspreizung Weiß nach links, bis die weiße Linie am Ende des Bergs steht. Das Bild bekommt sofort mehr Kontrast und Brillanz.
    Tonwertkorrektur mit verschobenem Schwarz- und Weißpunkt
    Schwarzpunkt auf 32, Weißpunkt auf 218: Die Tonwerte nutzen jetzt den ganzen Umfang.
  5. Wirkt das Bild nun zu dunkel oder zu hell, korrigiere die Mitteltöne mit Gamma.
  6. Vergleiche mit Vorschau und klicke auf OK.

Ziehe die Regler nicht zu weit in den Berg hinein. Sonst werden Tiefen oder Lichter „abgeschnitten“ und verlieren Zeichnung.

Gradationskurven

Bild › Korrekturen › Gradationskurven… (⌘ M) ist das flexibelste Werkzeug für Tonwerte und Farben. Die Kurve bildet jeden Eingangswert (waagerecht) auf einen Ausgangswert (senkrecht) ab. Solange sie eine Diagonale ist, ändert sich nichts. Hinter der Kurve liegt das Histogramm des gewählten Kanals.

  • Mit den Schaltflächen RGB, Rot, Grün und Blau wählst du, welche Kurve du bearbeitest. Die RGB-Kurve wirkt auf alle Kanäle, die Farbkurven verschieben die Farbbalance.
  • Klicken auf die Kurve fügt einen Punkt hinzu, Ziehen verschiebt ihn.
  • Rechtsklick auf einen Punkt löscht ihn; mindestens zwei Punkte bleiben stehen. Die beiden Endpunkte lassen sich nur senkrecht verschieben.
  • Einen Punkt nach oben ziehen hellt diesen Tonbereich auf, nach unten abdunkeln. Eine steilere Kurve bedeutet mehr Kontrast.

Kontrast mit Gradationskurven (S-Kurve)

  1. Wähle Bild › Korrekturen › Gradationskurven… oder lege eine Einstellungsebene Ebene › Neue Einstellungsebene › Gradationskurven… an.
  2. Achte darauf, dass RGB ausgewählt ist.
  3. Klicke im unteren Viertel auf die Diagonale (die Tiefen) und ziehe den neuen Punkt ein Stück nach unten.
  4. Klicke im oberen Viertel auf die Diagonale (die Lichter) und ziehe den Punkt ein Stück nach oben. Die Kurve hat jetzt eine sanfte S-Form: Tiefen werden dunkler, Lichter heller, die Mitte bleibt.
    Gradationskurven-Dialog mit einer S-förmigen Kurve über dem Histogramm
    Eine S-Kurve: zwei Punkte genügen für mehr Kontrast.
  5. Ist der Effekt zu stark, ziehe die Punkte wieder näher an die Diagonale. Einen überflüssigen Punkt entfernst du mit Rechtsklick.
  6. Klicke auf OK.

Eine umgekehrte S-Kurve (Tiefen hoch, Lichter runter) senkt den Kontrast. Hebst du nur den linken Endpunkt an, wird Schwarz zu Dunkelgrau – ein beliebter matter Film-Look.

Belichtung

Bild › Korrekturen › Belichtung… rechnet wie eine Kamera in linearem Licht. Das eignet sich gut, um ein unter- oder überbelichtetes Foto auszugleichen.

ReglerBereichWirkung
Belichtung (LW)−5 … 5Belichtung in Lichtwerten (Blendenstufen). +1 verdoppelt das Licht, −1 halbiert es.
Versatz−0,5 … 0,5Hebt oder senkt vor allem die Tiefen; die Lichter ändern sich kaum.
Gamma0,1 … 9,99Gammakorrektur für die Mitteltöne.
Dialog Belichtung mit den Reglern Belichtung, Versatz und Gamma
Die Belichtungskorrektur.

Farbe korrigieren

Farbton/Sättigung

Bild › Korrekturen › Farbton/Sättigung… (⌘ U) dreht die Farben, macht sie kräftiger oder blasser und ändert die Helligkeit.

ReglerBereichWirkung
Farbton−180 … 180Dreht alle Farben auf dem Farbkreis (in Grad). Bei 180 wird Rot zu Cyan.
Sättigung−100 … 100−100 ergibt Graustufen, positive Werte verstärken die Farben.
Helligkeit−100 … 100Mischt Schwarz (negativ) oder Weiß (positiv) hinzu.
Färben (0/1)0 / 1Auf 1 bekommt das ganze Bild einen Farbton: Der Regler Farbton wählt dann die Farbe, Sättigung ihre Stärke. Ideal für einfarbige Tonungen.
Dialog Farbton/Sättigung mit vier Reglern
Farbton/Sättigung. Mit Färben = 1 tönst du das Bild einfarbig.

Farbton/Sättigung wirkt auf alle Farben gleichzeitig. Um nur eine Farbe zu ändern, nutze Farbe ersetzen, die Selektive Farbkorrektur oder beschränke die Korrektur mit einer Auswahl (z. B. Auswahl › Farbbereich…, siehe Auswahlen).

Dynamik

Bild › Korrekturen › Dynamik… verstärkt Farben behutsam.

  • Dynamik (−100 … 100) wirkt vor allem auf wenig gesättigte Farben und schont bereits kräftige Farben – Hauttöne wirken so nicht schnell übertrieben.
  • Sättigung (−100 … 100) verstärkt oder senkt alle Farben gleich stark.
Dialog Dynamik mit den Reglern Dynamik und Sättigung
Dynamik: sanfter als reine Sättigung.

Farbbalance

Bild › Korrekturen › Farbbalance… (⌘ B) verschiebt die Farben eines Tonbereichs zwischen den Gegenfarben. Die Helligkeit der Pixel bleibt dabei erhalten.

ReglerWirkung
Cyan ↔ Rot−100 = mehr Cyan, +100 = mehr Rot.
Magenta ↔ Grün−100 = mehr Magenta, +100 = mehr Grün.
Gelb ↔ Blau−100 = mehr Gelb, +100 = mehr Blau.
Tonbereich0 = Tiefen, 1 = Mitteltöne, 2 = Lichter. Die drei Farbregler wirken auf diesen Bereich.
Dialog Farbbalance mit drei Farbreglern und dem Regler Tonbereich
Farbbalance: Ein Gelbstich lässt sich z. B. mit dem Regler Gelb ↔ Blau in Richtung Blau ausgleichen.

Fotofilter

Bild › Korrekturen › Farben › Fotofilter… wirkt wie ein farbiges Filterglas vor dem Objektiv.

  • Dichte % (0 … 100) bestimmt, wie stark die Filterfarbe wirkt.
  • Luminanz erhalten (0/1): Auf 1 bleibt die Helligkeit des Bildes gleich, nur die Farbe ändert sich.
  • Filterfarbe: Klicke auf das Farbfeld, um die Farbe zu wählen. Zu Beginn ist es die Vordergrundfarbe. Warme Orangetöne wärmen das Bild, Blautöne kühlen es.
Dialog Fotofilter mit Dichte, Luminanz erhalten und Filterfarbe
Der Fotofilter mit Farbfeld für die Filterfarbe.

Kanalmixer

Bild › Korrekturen › Farben › Kanalmixer… setzt jeden Ausgabekanal neu aus den drei Eingabekanälen zusammen. Für jeden Ausgabekanal (Rot, Grün, Blau) gibt es vier Regler: den Anteil von Rot, Grün und Blau (je −200 … 200 %) und eine Konstante, die den Kanal insgesamt heller oder dunkler macht. Am Anfang steht jeder Kanal auf 100 % von sich selbst.

Mit Monochrom (0/1) = 1 entsteht ein Graustufenbild aus der Mischung des roten Ausgabekanals. So steuerst du eine Schwarzweiß-Umwandlung wie mit Farbfiltern der Analogfotografie. Damit die Helligkeit gleich bleibt, sollten die drei Anteile zusammen etwa 100 % ergeben.

Dialog Kanalmixer mit zwölf Reglern und dem Regler Monochrom
Der Kanalmixer: je vier Regler für Rot, Grün und Blau.

Color Lookup

Bild › Korrekturen › Farben › Color Lookup… legt einen fertigen Farb-Look über das Bild.

  • Look: Warm, Kühl, Petrol & Orange, Film, Bleichbadüberbrückung, Vintage, Crossentwicklung, Noir oder Eigene (.cube).
  • Intensität %: mischt den Look mit dem Original. 100 % ist der volle Look.
  • 3D-LUT laden (.cube)… öffnet eine eigene Farbtabelle im verbreiteten .cube-Format, etwa aus einem Videoschnitt- oder Farbkorrekturprogramm. Sie erscheint danach als Look Eigene (.cube).
Dialog Color Lookup mit Look-Auswahl Film und Intensität
Color Lookup mit dem Look „Film“.

Selektive Farbkorrektur

Bild › Korrekturen › Farben › Selektive Farbkorrektur… ändert gezielt eine Farbgruppe, so wie man im Druck die Druckfarben einer Farbe anpasst.

  1. Wähle unter Farben die Gruppe: Rottöne, Gelbtöne, Grüntöne, Cyantöne, Blautöne, Magentatöne, Weißtöne, Neutrale Farben oder Schwarztöne.
  2. Ändere mit Cyan %, Magenta %, Gelb % und Schwarz % (je −100 … 100) die Druckfarbanteile dieser Gruppe. Mehr Cyan nimmt Rot heraus, mehr Gelb Blau und so weiter.
  3. Wechsle zur nächsten Gruppe – jede Gruppe merkt sich ihre eigenen Werte.

Methode legt fest, wie stark die Änderung wirkt: Relativ ändert im Verhältnis zur vorhandenen Menge (schonend), Absolut addiert den Wert unabhängig davon (kräftiger).

Dialog Selektive Farbkorrektur mit Farbgruppe Rottöne
Selektive Farbkorrektur: Hier sind die Rottöne ausgewählt.

Farbe ersetzen

Bild › Korrekturen › Farben › Farbe ersetzen (VG)… ändert nur die Pixel, deren Farbe der Vordergrundfarbe ähnelt – daher das „(VG)“ im Namen.

ReglerBereichWirkung
Toleranz1 … 200Wie ähnlich eine Farbe der Zielfarbe sein muss. Höhere Werte erfassen mehr Farbtöne; der Übergang ist weich.
Farbton−180 … 180Dreht den Farbton der erfassten Pixel.
Sättigung−100 … 100Macht die erfassten Farben kräftiger oder blasser.
Helligkeit−100 … 100Hellt die erfassten Farben auf oder dunkelt sie ab.

Unter den Reglern zeigt ein Farbfeld die Zielfarbe. Ein Klick darauf öffnet die Farbwahl, falls du die Farbe noch anpassen möchtest.

Eine Farbe gezielt ändern

In diesem Beispiel wird die rote Jacke blau, ohne die übrigen Farben zu verändern.

  1. Wähle die Pipette (I) und klicke auf die Farbe, die du ändern willst – hier die rote Jacke. Sie wird zur Vordergrundfarbe.
  2. Wähle Bild › Korrekturen › Farben › Farbe ersetzen (VG)…. Das Farbfeld im Dialog zeigt jetzt das Rot der Jacke.
  3. Ziehe Farbton, bis die Farbe stimmt. Für Blau sind es etwa −120 bis −140.
  4. Erhöhe Toleranz, bis auch die Schatten- und Lichtpartien der Jacke erfasst sind. Werden andere Bildteile mitgefärbt, verringere den Wert wieder.
    Dialog Farbe ersetzen, die rote Jacke ist im Bild blau geworden
    Toleranz 85, Farbton −140: Aus der roten Jacke wird eine blaue.
  5. Passe bei Bedarf Sättigung und Helligkeit an und klicke auf OK.

Ähnliche Farben an anderer Stelle im Bild werden mit verändert. Wähle in diesem Fall vorher den Bereich grob mit dem Lasso aus – dann wirkt die Korrektur nur dort. Als Alternative eignen sich Auswahl › Farbbereich… plus Farbton/Sättigung oder das Werkzeug Farbe-ersetzen-Werkzeug (siehe Werkzeuge).

Dialog Farbe ersetzen mit Standardwerten
Farbe ersetzen mit den Anfangswerten. Das Farbfeld unten zeigt die Zielfarbe.

Gleiche Farbe

Bild › Korrekturen › Farben › Gleiche Farbe… überträgt die Farbstimmung eines anderen geöffneten Bildes auf das aktuelle – nützlich, damit Fotos einer Serie zusammenpassen.

  • Quelle: Wähle eines der anderen geöffneten Bilder. Ist kein weiteres Bild geöffnet, weist der Dialog darauf hin.
  • Luminanz (1 … 200) und Farbintensität (1 … 200) heben oder senken Helligkeit und Farbkraft des Ergebnisses; 100 ist neutral.
  • Verblassen (0 … 100) mischt das Ergebnis mit dem Original.
  • Neutralisieren (0/1) entfernt einen Farbstich.

Licht und Schatten

Tiefen/Lichter

Bild › Korrekturen › Licht und Schatten › Tiefen/Lichter… hellt dunkle Bereiche auf und holt Zeichnung in helle Bereiche zurück, ohne den Rest des Bildes zu verändern. Ideal für Gegenlichtaufnahmen.

ReglerBereichWirkung
Tiefen %0 … 100Hellt die dunklen Bildbereiche auf (Anfangswert 35).
Lichter %0 … 100Dunkelt die hellen Bildbereiche ab.
Radius (px)1 … 500Größe der Umgebung, nach der entschieden wird, ob ein Bereich dunkel oder hell ist. Kleine Werte wirken detailreich, große Werte flächiger und natürlicher.
Dialog Tiefen/Lichter, die dunklen Bildteile sind aufgehellt
Tiefen/Lichter hellt die Schattenpartien auf.

HDR-Tonung

Bild › Korrekturen › Licht und Schatten › HDR-Tonung… verdichtet den Tonwertumfang und betont lokale Details – für den typischen HDR-Look, auch aus einem einzelnen Foto.

ReglerWirkung
Radius (px), StärkeGröße und Stärke der lokalen Kontrastanpassung (Kantenglättung).
Gamma, BelichtungGesamthelligkeit und Mitteltöne.
Details %Verstärkt feine Strukturen (−100 … 300).
Tiefen, LichterHellen die Tiefen auf bzw. dunkeln die Lichter ab.
Dynamik, SättigungFarbkraft des Ergebnisses.
Dialog HDR-Tonung mit neun Reglern
HDR-Tonung. Das Zusammenfügen einer Belichtungsreihe beschreibt das Kapitel Farbe, RAW und HDR.

Tonwertangleichung

Bild › Korrekturen › Licht und Schatten › Tonwertangleichung verteilt die Helligkeitswerte so, dass alle Tonstufen etwa gleich häufig vorkommen. Das bringt in sehr flauen Bildern Details zum Vorschein, wirkt aber oft hart. Der Befehl hat keinen Dialog.

Schwarzweiß und Umwandlungen

Schwarzweiß

Bild › Korrekturen › Schwarzweiß… wandelt das Bild in Graustufen um. Du bestimmst, wie hell jede Farbe in Grau übersetzt wird.

ReglerBereichWirkung
Rottöne−200 … 300Höhere Werte machen rote Bildteile (Haut, Ziegel, Lippen) heller.
Grüntöne−200 … 300Steuert die Helligkeit von Laub und Wiesen.
Blautöne−200 … 300Niedrige Werte machen einen blauen Himmel dunkel und dramatisch.

Die drei Werte werden gemeinsam gewichtet, die Gesamthelligkeit bleibt dadurch etwa gleich. Die Anfangswerte 40/40/20 ergeben eine ausgewogene Umwandlung.

Ein Foto in Schwarzweiß umwandeln

  1. Lege für eine bearbeitbare Umwandlung Ebene › Neue Einstellungsebene › Schwarzweiß… an – oder wende Bild › Korrekturen › Schwarzweiß… direkt auf die Bildebene an.
  2. Das Bild erscheint sofort in Graustufen.
    Dialog Schwarzweiß mit Reglern für Rottöne, Grüntöne und Blautöne, das Bild ist grau
    Schwarzweiß mit den Anfangswerten.
  3. Überlege, welche Bildteile hell und welche dunkel wirken sollen. Hier soll sich die rote Jacke vom grauen Himmel abheben: Erhöhe Rottöne, damit die Jacke heller wird.
  4. Senke Blautöne, um den Himmel abzudunkeln, und passe Grüntöne für Pflanzen an.
  5. Klicke auf OK. Für mehr Kontrast setze danach eine S-Kurve darüber.

Für eine getönte Schwarzweiß-Aufnahme lege darüber noch einen Fotofilter oder Farbton/Sättigung mit Färben = 1 an. Der Befehl Umwandlung › Sepia gibt dir einen klassischen Braunton mit einem Klick.

Die Umwandlungen im Überblick

BefehlDialogWirkung
Umwandlung › UmkehrenneinKehrt alle Farben um wie ein Negativ (⌘ I).
Umwandlung › Sättigung verringernneinEntfernt die Farbe; jedes Pixel bekommt seine Helligkeit als Grauwert (⇧ ⌘ U).
Umwandlung › SepianeinKlassische braune Tonung alter Fotos.
Umwandlung › Schwellenwert…jaReines Schwarz und Weiß: Pixel heller als Schwellenwert (1 … 255, Anfangswert 128) werden weiß, alle anderen schwarz.
Umwandlung › Tontrennung…jaReduziert jeden Farbkanal auf wenige Stufen (2 … 64) – ein Plakat-Effekt.
Umwandlung › Verlaufsumsetzung (VG→HG)neinErsetzt die Helligkeit durch einen Verlauf von der Vordergrund- (Tiefen) zur Hintergrundfarbe (Lichter).
Dialog Schwellenwert, das Bild besteht nur aus Schwarz und Weiß
Schwellenwert: nur noch Schwarz und Weiß.
Bild nach Verlaufsumsetzung mit Schwarz und Weiß als Farben
Verlaufsumsetzung mit Schwarz als Vorder- und Weiß als Hintergrundfarbe ergibt ein Graustufenbild.

Für die Verlaufsumsetzung wählst du die beiden Farben vorher im Werkzeugbedienfeld. Als Einstellungsebene angelegt, kannst du die Farben später im Dialog über zwei Farbfelder ändern – etwa Dunkelblau und Orange für eine Duoton-Wirkung.

Auto-Korrekturen

Die drei Befehle unter Bild › Korrekturen › Auto arbeiten ohne Dialog und analysieren das Bild selbst. Gefällt dir das Ergebnis nicht, nimm es mit ⌘ Z zurück oder schwäche es mit Bearbeiten › Verblassen… ab.

BefehlWirkung
Auto-FarbtonSpreizt jeden Farbkanal einzeln, sodass er von Schwarz bis Weiß reicht (die äußersten 0,1 % werden abgeschnitten). Verbessert den Kontrast und entfernt oft auch einen Farbstich.
Auto-KontrastArbeitet wie Auto-Farbton, schneidet aber an beiden Enden je 0,5 % der Pixel ab. Das ergibt etwas mehr Kontrast (⇧ ⌘ L).
Auto-FarbeWie Auto-Farbton und gleicht zusätzlich die Mitteltöne neutral aus – gut gegen Farbstiche durch Kunstlicht.

Wie geht es weiter?

  • Einstellungsebenen, Masken und Schnittmasken: Ebenen
  • Bereiche für eine Korrektur auswählen: Auswahlen
  • Korrekturen mit dem Pinsel auftragen (Korrekturpinsel, Abwedler, Nachbelichter, Schwamm): Werkzeuge
  • Camera Raw-Filter, Farbprofile, 16 und 32 Bit: Farbe, RAW und HDR